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Hier sind Kraft, Ausdauer und Geschick gefragt

Quelle: Waldekische Landeszeitung, 11. Juni 2012

Für zwei Tage übernahmen Männerröcke das Kommando in Netze: Die Highland Games sind kein Sport für Couch-Kartoffeln.

Dudelsackklänge über der Netzer Ebene, Anfeuerungsrufe aus rauen Kehlen...

Dritte Netzer Highland Games boten am Pfannkuchenhaus vergangenes Wochenende wieder ein großartiges Spektakel

WALDECK-NETZE.   ...wehende Quilts und eine flatternde Flagge mit weißem Andreaskreuz auf blauem Grund: Highland Games am Pfannkuchenhaus, zur dritten Ausgabe traten am Wochenende fünf Teams aus dem Dorf an. Etwas weniger als im vergangenen Jahr, „aber wir machen auf jeden Fall weiter. So eine Veranstaltung braucht einige Jahre, bis so viele Leute darauf aufmerksam werden, dass wir noch mehr Mannschaften bekommen", erklärt Gastgeber Perry Förster.

„Ironforge" organisiert

Sehr viel Spaß hatten Akteure und Zuschauer ohnehin bei dem Spektakel, für das seit drei Jahren der „Clan Ironforge" für die Organisation verantwortlich zeichnet. Die Gruppe betreibt den Schottensport profimäßig, erläutert Wettkampfleiter Alexander Dißel. Quer durch Deutschland ziehen sie damit, messen sich selbst im „schottischen Fünfkampf oder stellen Highland Games für Laien auf die Beine.

Während die Profis einzeln antreten, kämpfen bei den Gelegenheits-Kraftsportlern Teams um Ruhm und Ehre. Baumstamm-Slalom, Steinstoßen, Strohsack-Hochwerfen (per Mistforke), Gewicht-Hochwerfen, Timber-Walking (Laufen und dabei zwei Balken neben sich her ziehen), Hufeisen-Zielwurf, ein 200-Kilogramm-Fass über einen Parcours rollen - so sehen die Disziplinen bei dieser speziellen Variante der Schwerathletik aus.

Die Green Pipers aus Korbach lieferten dazu am Nachmittag die Original-Livemusik, während der eine oder andere Wettkämpfer oder Wettkämpferin (des einzigen Damenteams) sich auf dem grünen Feld eine Garantie auf Muskelkater besorgte.

Kinder an den Stein

Am Sonntag waren dann die Kinder an der Reihe. Mit ebenso viel Ehrgeiz gingen sie in den gleichen Disziplinen an den Start - allerdings mit Ytong statt massiven Steinen beim Stoßen etwa oder mit Dachlatten statt Holzbalken beim Timber-Walk. Weil im vergangenen Jahr einige Kinder nicht mitmachen konnten, weil sie kein Team gefunden hatten, traten sie dieses Mal wie die Schotten-Profis einzeln an.

Bei zumeist gutem Wetter und bester Laune verausgabten sich Teilnehmer wie Publikum vollends und freuen sich bereits aufs nächste Jahr, wenn im Netzer Hochland wieder die Männerröcke das Kommando übernehmen.